Neulich musste ich wieder eine Annonce in der Zeitung lesen, wie sich ein Internetportal „mit 80.000 Ferienhäusern“ als „größter Anbieter von Ferienhäusern“ aufblähte. Alle Kollegen in der Branche empört immer wieder diese Unverfrorenheit mit der sich Internetportale in der Öffentlichkeit präsentieren. Dies zielt ganz offensichtlich darauf potenzielle Kunden zu täuschen.
Man sollte diese Portale einmal fragen: Habt ihr jedes Haus kontrolliert? Habt ihr die Hauseigentümer beraten, wie ein Ferienhaus ausgestattet sein muss? Habt ihr die Hauseigentümer über eventuelle juristische Problemstellungen aufgeklärt? Gebt ihr den Haueigentümern irgendwelchen Service? Gebt ihr den Kunden irgendwelchen Service vor Ort? Gebt ihr den Haueeigentümern irgendwelche Sicherungen im Fall von Ausfall von Kunden? Bearbeitet ihr irgendwelche Reklamationen im Fall von Problemen die den Hauseigentümer oder den Kunden betreffen? Nein – nichts von alledem!
Die Portale und zunehmend auch andere Ferienhausvermittler verlinken über das Internet nur verschiedene Hauseigentümer oder aber auch Ferienhausanbieter und nennen sich dann selber „Ferienhausanbieter“.
Das Beste ist, dass einige Portale sogar den Häusern ganz andere Nummern geben, so dass der Kunde nicht mehr sein Haus identifizieren kann, von welchen Ferienhausunternehmen es eigentlich herkommt.
Da wird das Ferienhausangebot mit einem anderen in einer Linie aufgestellt. Das eine Unternehmen erfüllt seine Sorgfaltspflicht und kontrolliert das Haus. Das andere aber hat das Haus nicht einmal gesehen. Theoretisch muss es nicht einmal existieren.
Ganz offensichtlich wird der Konsument damit hinters Licht geführt. Die Medien werden natürlich auch noch entsprechend bearbeitet. Bereitwillig titulieren namhafte Zeitungen diese virtuellen Bluffnummern als „Ferienhausanbieter“.
Natürlich kann solch ein Portal auch seine Vorteile haben. Nur sollte es nicht versuchen den Kunden oder den Hauseigentümer zu täuschen.
Manch einer glaubt auch, dass er über das Portal zumindest das gleiche Angebot erhält wie bei dem normalen Ferienhausanbieter. Auch das stimmt nicht ganz. Zwar zahlt er meist den gleichen Preis, doch werden viele Vorteile zum Beispiel von NOVASOL nicht direkt an den Kunden weiter gegeben. Das liegt oft an der Technik. Andere interessieren sich nicht für die Feinheiten in unserem Gewerbe.
Der Beratungsservice wird fast auf null reduziert oder in irgendwelche Callcenter irgendwohin delegiert.
Und wenn es dann zu irgendwelchen Missverständnissen oder Reklamationen kommt – dann waschen sich die Portale wieder in Unschuld – und leiten die Angelegenheit an 3. weiter.
Damit der Kunde nicht an den falschen gerät, lohnt es sich schon genau nach zu schauen, was eigentlich hinter den virtuellen Ferienhausangeboten steckt.
Bernd Muckenschnabel