Als vor zwei Monaten die sogenannte „Schweinegrippe“ ausbrach und die Medien ununterbrochen 20 Tage lang den „globalen Ausnahmezustand“ erklärten, spukten wieder in meinem Kopf herum "alte Geister“ aus der Zeit der „Vogelgrippe“, die uns damals viele Buchungen gekostet haben.
In der letzten Mai-Ausgabe der deutschen Touristikzeitschrift „Travel One“ konnte man lesen, dass bei einer Befragung der Reisebüroexpedienten die Einschätzung vorherrscht, das 27% der Kunden aufgrund der Schweinegrippe mit ihren Buchungen abwarten. Gleichzeitig wurde die Warnstufe in Mexiko für die „Schweinegrippe“ erstmals heruntergestuft. Obwohl es immer wieder zu Einzelfällen kommt, so deutet alles darauf hin, dass die „Schweinegrippe“ nicht zu der befürchteten Pandemie führt.
Selbstverständlich müssen alle Regelungen und Sanktionen gegen diese Krankheit eingehalten werden. Jedoch hinterlässt der ganze Verlauf dieser Krankheit und die Aufmerksamkeit in den Medien einen bitteren Nachgeschmack.
Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat zum wiederholten Male den Ausbruch einer Pandemie für möglich erklärt. Sofort gingen in allen Ländern die Alarmmeldungen und Aktionen in Gang. Pandemien sind die seuchenartige Ausbreitung von Viren gegen die keine Medizin Menschen schützen kann. Es wird in diesem Zusammenhang an die „Spanische Grippe“ 1918 erinnert, bei der Millionen Menschen starben.
Sobald daher der Ausbruch der „Schweinegrippe“ gemeldet wurde, und die WHO den Ausbruch einer Pandemie für möglich hielt, wurde durch die Medien eine derartige Hysterie geschaffen, dass Hunderte von Millionen von Menschen in Angst und Schrecken versetzt wurden. Die Konsequenzen waren verheerend. Nicht nur in Mexiko wurden alle möglichen Schutzmaßnahmen in Gang gesetzt. Bis nach Europa reichten Aktionen, die den Eindruck vermittelten, dass eine Pandemie kurz bevor stünde. Schweinefleischexporte wurden gestoppt, Veranstaltungen abgesagt und die Medien bombardierten vier Wochen lang weltweit die Menschen mit Angstmeldungen.
Tatsache ist, dass kein Mensch in Europa an der „Schweinegrippe“ gestorben war. Alle Menschen die daran erkrankten waren innerhalb weniger Tage wieder gesund.
Man erinnere sich: Vor wenigen Jahren wurde in Deutschland die „Vogelgrippe“ ausgerufen und vor einer Pandemie gewarnt. Millionen Tiere wurden „vorsorglich“ getötet. Obwohl nicht ein Mensch erkrankte. Lediglich ein Paar Vögel und eine Katze starben an der „Vogelgrippe“. Der Tourismus aber wurde vor allem auf der Ostseeinsel Rügen für zwei Jahre zurückgeworfen. Auch NOVASOL war damals betroffen.
In England, Holland und Deutschland wurde vor ein Paar Jahren die „Maul- und Klauenseuche“, danach der sogenannte „Rinderwahn“ als mögliche Quelle für eine Pandemie identifiziert. Kein Mensch starb erwiesenermaßen. Dafür wurden Hunderttausende Tiere getötet. Über Monate wurden Millionen von Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Ganze Landstriche wurden unter Quarantäne gestellt. Der Tourismus in vielen Ländern genau wie die Landwirtschaft musste enorme Verluste hinnehmen.
Jedes Mal waren die Meldungen über die Möglichkeit einer Pandemie völlig übertrieben und trafen nicht zu. Jedes Mal war die Krankheit eine regionale Erscheinung. Meist war sie ein Phänomen in Ländern Asiens und Lateinamerikas, sogenannte „Schwellenländer“. In Ländern mit einer organisierten Nahrungs-, Wasser- und Hygieneversorgung konnten sich Pandemien niemals ausbreiten, es sei denn nach dem 1. Weltkrieg.
Man hat völlig vergessen, dass jedes Jahr eine ganz normale Grippe allein in Deutschland 25.000 Tote fordert, vor allem ältere Menschen. In Europa sterben mehr als 250.000 Menschen pro Jahr an der ganz normalen Influenza.
Bei jeder „Schweine-, Rinder- oder Vogelgrippe“ wurde dies zum Anlass genommen vor einer möglichen Pandemie zu warnen, obwohl es dafür niemals irgendwelche konkrete Anzeichen gab. Die theoretische Möglichkeit allein, kann und darf nicht Anlass sein, jedes Mal die Ausbreitung einer globalen Seuche zu proklamieren.
Die Rechnung musste immer von den Bauern-, der Touristik und den Steuerzahlern bezahlt werden. Es ist gut, dass endlich auch Kritik dagegen in den internationalen Gremien laut wird. Es ist auch ein gutes Zeichen, dass auch in den Medien beruhigende Stimmen laut werden. Vor allem zeigt sich, dass sich die Bevölkerung in vielen Ländern Europas nicht von der Medienhysterie mitreißen ließ, sondern Ruhe bewahrte. Das gibt Hoffnung. Denn eines ist sicher, die nächste Grippe kommt bestimmt.
Mit freundlichen Grüßen,
Bernd Muckenschnabel