10 Gründe, warum ich Bornholm so liebe

Bloggerin Steffi lebt seit zehn Jahren mit ihrer Familie auf Bornholm und fängt für uns ihre persönlichen Insel-Eindrücke ein. In einem Urlaub hat sie sich damals unsterblich in diese dänische Insel mitten in der Ostsee verliebt. Daher hat sie in Deutschland alles hinter sich gelassen und ist mit ihrer Familie nach Bornholm ausgewandert. Erfahren Sie jetzt von Steffi, was den Urlaub auf Bornholm so reizvoll macht.

Östre Sömarken auf Bornholm

Die fantastischen Strände auf der Ostseeinsel Bornholm

Im Süden und Südosten gibt es die allerbesten feinsandigen Strände auf Bornholm. Früher wurde der feine Quarzsand als Füllung für die Sanduhren in die ganze Welt verschifft. Heute laden die langen Sandstrände von Balka im Osten entlang der Südküste bis Rønne zu ausgiebigen Spaziergängen, zu Joggingtouren oder zum Spielen und Tollen ein. Selbst im Sommer ist es hier nie überlaufen, man sieht keine Strandkörbe und es gibt keine Kurtaxe. Freiheit und Weite pur! Mir persönlich hat es besonders die Strecke zwischen Snogebæk und Dueodde angetan, mein “Hausstrand” sozusagen, den ich täglich besuche, zu Fuß mit dem Rad, mit der Angel oder im Sommer zum Baden. Dieser Strand macht süchtig!

Die wilde Klippenküste

So sanft und lieblich die Insel Bornholm im Süden ist, so rauh und wild ist sie im Norden, besser gesagt nördlich von der Kleinstadt Nexø. Bornholm ist ein Teil einer vor über 1,4 Millionen Jahren entstandenen Bergkette. Die Granitklippen sind sozusagen das “Urgestein” der Erdgeschichte und ein Erdbeben vor 200 Millionen Jahren hat dazu geführt, dass der Süden “tiefer gelegt” wurde und der Norden mit seinen Klippen so ursprünglich erhalten blieb. In der Klippenlandschaft ist alles anders, die Flora, die Fauna. Und auch die Menschen sind von einem anderen Schlag, denn das Leben in den Klippen-Fischerdörfern war seit jeher schroffer und härter als im Süden oder im Zentrum der Insel. Jedes Mal, wenn ich von meinem kleinen Fischerdorf Snogebæk die Küstenstraße entlang bis hoch nach Allinge fahre, ist es so, als wäre ich im Urlaub. Auch noch nach 10 Jahren, die ich jetzt auf Bornholm lebe. Ich kann mich nicht sattsehen. Es ist, als fahre ich in die Bretagne - oder vielleicht doch nach Schottland? Die Klippen haben eine magische Anziehung und ich liebe es, auf ihnen zu klettern oder mir eine gute Stelle zum Angeln zu suchen. Oder zum Wassersalamander beobachten.

Die vielfältige Natur

Wie schon gesagt: Die geologische Entstehungsgeschichte Bornholms macht dieses Eiland mitten in der Ostsee so anders als den Rest des Landes. Mieten Sie sich ein Ferienhaus in Dänemark auf Bornholm und entdecken Sie hier die Vielzahl von Tierarten und seltenen Pflanzen. Was den meisten Touristen im Urlaub sofort auffällt, sind die Feigenbäume, die man in einigen Gärten, vor allem in Gudhjem und Svaneke, sieht. Ich selber habe auch ein Bäumchen zum Einzug gepflanzt und werde jeden Sommer bis spät in den September mit einer reichen Ernte belohnt. Letzten August hatte ich eine Gourmet-Redakteurin zu Besuch, die schwärmte, dass dies die mit Abstand besten Feigen seien, die sie je auf ihren vielen Reisen gegessen habe. Das spricht doch für sich, oder? Da ich ein totaler Naturliebhaber bin, habe ich immer wieder Neues zu entdecken. Am Meer, in den Kieferwäldern, in den Spaltentälern in Ekkodalen, die Wasserfälle, die über 20 Bäche, die durch die Insel ins Meer fließen. Oder der drittgrößte Wald Dänemarks, Almindingen, der vor allem viele Pilzfreunde anzieht.

Der “Hammerknust” und seine Burg

Ganz im Norden liegt der “Hammerknuden”, eine große Graniterhebung, auf dessen Nordwest-Spitze im 12. Jahrhundert die Hammerburg errichtet wurde. Die Ruine steht noch heute und ist sozusagen das Wahrzeichen Bornholms. Und absolut einen Besuch wert! Nicht nur die historischen Hintergründe, die man in der angegliederten Ausstellung vermittelt bekommt, sondern vor allem die besondere Stimmung, wenn man die Burgruine durchschreitet, sind sehens bzw. fühlenswert. Und von den Burgmauern aus hat man einen atemberaubenden Blick über Nordbornholm und das Meer. Einfach fantastisch! Und eine Wanderung um den “Knust” ist ein “Must” für den Urlaub. Vom Parkplatz am Hammerhafen geht es los, immer der Küsten entlang bis schließlich nach Sandvig. Und wer noch Puste hat, kann die Strecke dann auch wieder zurückwandern, mit einem Abstecher an den Hammersee und den kristalblauen Opalsee.

Die Outdoor-Möglichkeiten auf Bornholm

Oh, wo fangen wir da an? Bornholm ist wirklich ein Paradies für alle, die “draußen zuhause” sind. Ein sehr gut ausgebautes Fahrradwege-Netz auf der Strecke der alten Eisenbahnlinie macht die Insel zu einem Highlight für alle Zweirad-Enthusiasten. Durch die 23 Aufstiegsbäche für die Meerforelle ist die Insel ein Eldorado für Angler. Da unsere ganze Familie leidenschaftlich angelt, wissen wir, dass man aber auch Dorsche und Plattfische fangen kann, sowie Hornhechte und Heringe. Bei uns gibt es ganzjährig frischen Fisch auf den Mittagstisch. Und in den letzten Jahren zieht die Insel immer mehr Surfer und Kiter an, denn die Brandung ist, so sagt man in eingeweihten Kreisen, wohl ziemlich “hot”. Seit ein paar Jahren gibt es den Outdoor-Anbieter “Go Bornholm”, der organisierte Kajak-, Mountainbike-, und Klettertouren anbietet. Fehlt noch was? Ach ja: Gejoggt, gesegelt, gerudert, gewandert wird natürlich auch - und im Winter gibt traumhafte Ski-Langlaufpisten und sogar eine Abfahrts-Skipiste mit Ski-lift!

Das kulturelle Leben auf der Insel Bornholm

Wer denkt, dass auf einer Insel mit nur knapp 40.000 Einwohner nix los ist, der hat sich schwer getäuscht. Es sprudelt hier nur so von kulturellen Highlights. Am meisten liebe ich die Musikfestivals im Sommer, angefangen mit dem Hafenfest in Snogebæk, dem legendären Openairfestival “Hammershus Faitrade” und dem “Wonderfestivall”, das ebenfalls am Fuße der Hammerburg mit Bands aus dem In- und Ausland stattfindet. Auch auf vielen kleinen Bühnen gibt es im Sommer Konzerte, so zum Beipsiel im “Gæstgiveren” in Allinge. In der “Bornholmer Kulturwoche” im September kann man ein buntes Programm aus Kunst, Kunst-handwerk, Theater, Zirkus und Musik erleben. Und die Museen der Insel sind wirklich sehenswert: Das Bornholmer Museum mit z.B. einer Ausstellung der Siedlungs-Ausgrabungsfunde aus der Eisenzeit, das Martin Andersen Nexø Museum, das im Geburtshaus des Schriftstellers die Geschichte des Mannes hinter dem Roman “Pelle der Eroberer” zeigt. Drei Kinos, das Rønne Theater und das Musikhuzet in Rønne mit einer kleinen und einer großen Bühne runden ganzjährig das Programm für Ihren Urlaub im Ferienhaus Bornholm ab.

Die Kreativität: Kunst & Kunsthandwerk

Das Licht der Insel Bornholm, die einzigartige Natur, der besondere Flair den alles umgibt… All das zieht viele kreative Seelen auf das Eiland. Mieten Sie sich eines der charmanten Ferienhäuser auf Bornholm und entdecken Sie selbst die kulturelle Vielfalt der Insel. Ich habe selten so eine Konzentration von kreativem und schöpferischem Geist auf einem Fleckchen Erde erlebt. Laut Aussagen der vielen Maler und auch Fotografen ist es das außergewöhnliche Licht, das so fasziniert und inspiriert. Das wußten auch schon die alten Meister zu berichten, wie man eindrücklich bei einem Besuch des “Olaf Høst”-Museums in Gudhjem sehen kann. Einer meiner Lieblingsorte ist das “Bornholmer Kunstmuseum” in Rø, das nicht nur durch seine Exponate der Klassiker wie Olaf Rude, gemixt mit modernen Malern, sondern auch durch seine einmalige Architektur und der Lage an den Helligdomsklippen beeindruckt. Besonders bunt ist das Schaffen der vielen Kunsthandwerker der Insel. Die “Kunstakademiets Designskole Bornholm” bildet in Nexø die jungen Nachwuchstalente in der Glas- und Keramikkunst aus. Und so eröffnet immer wieder hier und da eine neue Keramikwerkstatt. In Hasle ist eine Art “Showroom” der Kunst- und Kunsthandwerksszene enstanden, denn in dem ehemaligen Hof “Grønbechsgård” findet man sie alle unter einem Dach. Hier erhält man einen Überblick über alles was “Rang und Namen” hat und wechselnde Ausstellungen unterstreichen den kreativen Puls, der im Inselherzen schlägt. Die ACAB ist ein Zusammenschluss von lokalen Kunsthandwerkern, von der Goldschmiedekunst, über Textil bis zur Glas- und Keramikzunft.

Die lokalen Spezialitäten

Bornholm steht in Dänemark als “Marke” für lokale Spezialitäten und 1a-Qualität. Die Herstellung von Bornholmer Spezialitäten hat historisch seinen Ursprung im Hering, der Jahrhunderte lang das Grundnahrungsmittel der armen Leute war und sich in der Neuzeit als das kulinarische Wahrzeichen der Insel entwickelt hat.

“Sol over Gudhjem” (Sonne über Gudhjem) ist ein “Muss” für einen Besuch einer der zahlreichen Bornholmer Räuchereien: Ein geräucherter Hering auf Schwarzbrot und darauf als “Sonne” ein rohes Ei mit Schnittlauch und Zwiebeln garniert.

In den letzten Jahren hat sich so manch´ kulinarische “Erfindung” dazugesellt: Bornholmer Bier der Svaneke Brauerei, handgemachte Schokolade aus Snogebæk und Svaneke, Bonbons aus der sehenswerten Bonbonmanufaktur in Svaneke und Karamelbonbons aus der “Karamelleriet” in Gudhjem. Oder Bornholmer Senf in verschiedenen Geschmacksnoten, Hallegård Wurst und Schinken, goldenes Rapsöl, Honig, Bornholmer Mel aus der “Valsemølle”, ökologische Säfte aus “Bornholms Mosteri”, Milch und Käse der inseleigenen Meierei, der berühmte Roggenkeks “Rugkiks”, bestrichen mit der preisgekrönten Sanddorn-Marmelade des kleinen Familienunternehmens “Høstet”. All diese Leckereien findet man zum Beispiel in dem kleinen Kaufmannsladen “Købmandshandel” am Svaneke Marktplatz oder im Landwirtschaftsmuseum- und Erlebniscenter “Melstedgård” in Melsted.

Und lasst Euch nicht ein selbsgemachtes Bornholm-Eis mit lokalen Früchten und Zutaten entgehen: Bei “Boisen Is” in Snogebæk, “Svaneke Is” oder “Mairmaid´s Is” in Svaneke oder ein “Kalas IS” in Sandvig. Das Tolle an all diesen Produkten ist die Leidenschaft und die Liebe zur Insel, die hinter jeder einzelnen Firmengeschichte und deren Gründer steht. So steht Johan Bülow hinter der Marke “Lakritz”, die der Jung-Unternehmer innerhalb von sieben Jahren zu einem Vorzeige-Exportschlager Bornholms entwickelt hat, mit Läden u.a. in Berlin, Hamburg und Düsseldorf. Und alles fing in einem Kochtopf in Svaneke an…

Die Cafés und Restaurants auf Bornholm

In diesem Punkt hat sich richtig viel getan in den letzten 10 Jahren, seitdem wir auf der Insel Bornholm sind. Es sind richtig viele tolle Cafés und Restaurants entstanden. Gerade kürzlich wurde das “Kadeau” in Ostersømarken zum besten Restaurant Dänemarks gekürt. Natürlich locken auch noch die klassischen “Hot Dog”-Buden mit ihren roten Würstchen, aber wem das nicht genug ist, der kann eben aus einem vielfältigen Speiselokal-Angebot wählen. In Svaneke gibt es das kleine und gemütliche Café “Barsø´s”, in Listed ist das Trend-Outdoor-Café “Bay Frost” mit Ausblick über den Hafen enstanden, zusammen mit der “Kaffebar” in Rønne. Das “Kalas Is” ist der Treffpunkt bei gutem Wetter auf den Klippen am Sandvig Hafen, die Räuchereien locken mit tollem Fischbuffet und oftmals fantastischem Meerblick. Und es entstehen eigentlich jedes Jahr neue, kulinarische Hochburgen: Neben den Klassikern wie das “Le Port” in Vang und das “Æblehavn” in Snogebæk, haben sich in den letzten Jahren Restaurants wie das “Stammershalle” an der Ostküste, der “Christianshøjkroen” in Almindingen und das “Ekkodalhuset” zu echten Geheimtipps entwickelt. Neueröffungen kommen jeden Sommer dazu, so zum Beispiel das “Svanereden” als uriges Freiluft-Restaurant in Svaneke, das sehr zu empfehlende Restaurant im Hotel “Green Solution House”, das “Pony No 9” in Allinge oder das “Molen” als Fischrestaurant in Nexø. Und wer weiss, was demnächst wo eröffnet…

Die Menschen und die Hygge

Als ich noch Tourist auf der Insel Bornholm war und mir für den Urlaub ein Ferienhaus Dänemark gebucht habe, sind mir immer die vielen freundlichen und entspannten Gesichter aufgefallen. Irgendwie wirkte alles so viel lockerer und gelassener. Dies war einer der Gründe, warum wir hier leben wollten. Und wir sind nicht enttäuscht worden. Das Leben auf Bornholm ist geprägt von den Menschen, die hier leben. Von deren kreativem Geist, von deren Meer- und Erdverbundenheit. Natürlich gibt es auch ein paar “Sturköppe”, wie man sie überall hat, aber im Großen und Ganzen fühle ich eine große Herzlichkeit. Das liegt eben auch an diesem Phänomen “Hygge”, das man nicht so richtig erklären kann. Der Däne hat halt eine besondere Gabe, es sich gemütlich zu machen, aber es eben auch gemütlich anzugehen. Irgendwie macht man aus allem das Beste, wenn schlechtes Wetter ist, macht man den Ofen an und “hyggt” sich. Und der Insulaner hat da eben noch ein besonderes “Entspannungs-Gen”, denn das muss man inmitten der großen Ostsee - weit ab vom Festland - eben lernen. Wenn die Fähre wegen Sturm nicht fährt, ist das eben so. Punkt. Herrlich, wenn man das erstmal akzeptieren kann und sich nicht mehr aufregt. Und darin sind die Bornholmer richtig gut.